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Berichte 2011

 

 

 

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17.12.2011
Ausflug der Hansele und Zunftgesellen 2011 nach Freiburg
Ins vorweihnachtliche Freiburg führte der Gruppenausflug der Hansele und der Zunftgesellen genau eine Woche vor Heiligabend. Da die Terminfindung für zwei Gruppenausflüge in der viel beschäftigten Zunft nicht einfach war, hatten Zunftgesellenboss Markus Stengele und Hanselevadder Bernd Rudolph einen gemeinsamen Gruppenausflug beschlossen. So hatte der Hanselevadder Kontakt zur Breisgauer Narrenzunft in Freiburg aufgenommen.
Mit einem morgendlichen Weißwurstessen in der Zunftschüür begann der Ausflug. So gestärkt ging es mit dem Bus und dem „Urmeli“ als Fahrerin nach Freiburg. In Freiburg angelangt ging es gleich zum Münster, genau gesagt zur Markt. Die ersten waren schon wieder hungrig und mussten sich dort eine Münsterplatzwurst holen.
Dann ging es weiter ins nahe Zunfthaus der Freiburger Narren. Dort wurde die Singemer Delegation im Ratsstüble vom Freiburger Zunftmeister empfangen. Danach gab es eine Führung durch das liebevoll gestaltete Zunftmuseum. Das Museum hat eine interessante Sammlung zur Freiburger Fasnetsgeschichte, aber auch zur schwäbisch-alemannischen Fasnet im Allgemeinen. Schöne Exponate aus Basel und aus Tirol werden dort auch ausgestellt.
Nach so viel Kultur war eine weitere Stärkung im zunfteigenen und urgemütlichen Beizle dringend notwendig. In diesem Zunftbeizle war es so heimelig, dass nicht mehr jeder den nächsten Programmpunkt, den Besuch auf dem hektischen Weihnachtsmarkt, mitmachen wollte. Auf der Runde über den Weihnachtsmarkt gabelte der Hanselevadder den überraschten Alt-Säckelmeister Dieter Bauer auf, der mit dem Zug nach Freiburg gefahren war. Dieter wurde gleich mit ins Zunfthaus abgeschleppt und fuhr mit dem Zunftbus nach Singen zurück.
Der Freiburger Zunftmeister war von seinen Singemer Gästen so angetan, dass er versprach eine Delegation Freiburger Narren nach Singen zu schicken, obwohl man sonst an der eigentlichen Fasnet Freiburg nicht verlasse. Mal schauen, was aus dem Versprechen wird. In Singen fand der Ausflug nach der Rückfahrt noch einen würdigen Ausklang in der Vinothek. Bilder....

Autor: Bernd Rudolph

12.11.2011
Fasnetmotto 2012: "S duet's scho no!"
Es donnerte und blitzte gewaltig und furchterregend. So manchem blassbleichen Narren stand der Angstschweiß auf der Stirn, als exakt um 11.25 Uhr der Poppele bei düsterem Kerzenlicht mit Peitsche bewaffnet aus seiner Gruft stieg. Dabei hatte der gute Geist doch nur eines im Sinne: Den Gleichgesinnten jene Narrenkappe aufzusetzen, die er seit Aschermittwoch streng und geheim versteckt hielt. "Aber nur bis über die Ohren, sonst geht der Geist der Fasnet verloren", mahnte er die anwesenden Narren, die sogleich taten wie ihnen geheißen. "Die Kappe ruiniert meine Frisur", ächzte Zunftmeister Stephan Glunk und wollte damit, so ein beißender Kommentar eines Gastes mittleren Alters, nur dezent davon ablenken, dass ihm der ausfallende Rückgang selbiger seit Jahren diverse Probleme bereitet. Zeugmeister Ali Knoblauch beschäftigte sich intensiv mit dem närrischen Rückblick. Er stellte der Stadtverwaltung die Gretchenfrage: "Habt Ihr mit voller Kraft etwa nichts gemacht?" Alsdann kam er zu dem weisen Schluss: "Wer nix schafft, macht nix verkehrt." Er grüßte Sheriff Peter, jene Zivilstreife, die auf Stahlross Rosinante gegen falschparkende Windmühlen ankämpfte. Überraschend kam Ali angesichts der sommerlichen Straßensperre zwischen Friedingen und Hausen zu dem Schluss: "Wenn sie jetzt wegen Rindviechern sperren jeden Straßenverkehr, sind in Singen bald alle Straßen leer." Die Spannung stieg ins Unermessliche, als Ekke Halmer zielsicher und durchaus gekonnt das Motto für die Fasnet 2012 verlas: "S duet's scho no." Doch bereits am 11.11.11 zeichnete sich am Horizont der heraneilenden Fasnet 2012 ein tiefgreifender Konflikt ab, der seit jeher die Menschheit entzweit: Was meint Mann, wenn er das Motto ausspricht – und was meint Frau, wenn sie das Motto ausspricht? Alles eine Frage der Betonung, so Ekke: multifunktional sei der Spruch, er habe jederzeit und jederorts Gültigkeit. Beim Manne jedoch sei er verharmlosend gemeint und mit der Absicht verbunden, am Status Quo ja nichts zu ändern. Beim Weibe jedoch sei er eine unmissverständliche Aufforderung, sofort stehenden Fußes eine Änderung herbeizuführen. Ein Narr, wer Böses dabei denkt. Angesichts der Abschaffung der Unechten Teilortswahl sah sich Zunftmeister Glunk zu folgender Aussage genötigt: "Bei uns geht's nur echt zu!"
Quelle Südkurier, 12.11.2011 von Andreas Schuler

24.05.2011
Poppele-Jugend auf der Suche nach der Gruft vom Poppele
Nun ist die Fasnet ja schon wieder eine ganze lange Weile her und es wird Zeit, dass wir uns alle mal wieder treffen! Und deshalb haben wir folgendes mit Euch vor:
Am Freitag, den 10. Juni 2011 wollen wir gemeinsam zum Hohenkrähen laufen um dort zu grillen.
Hierfür treffen wir uns um 18.30 Uhr auf dem Parkplatz oben am Krähen (auf dem Tannenberg, zwischen Singen und Duchtlingen). Grillzeug und etwas zu trinken ist selbst mitzubringen!
Um 21.00 Uhr müssen die Kinder dann wieder dort am Parkplatz abgeholt werden.
Wir freuen uns auf einen schönen Abend mit Euch - der Poppele sicher auch, wenn wir ihn auf seinem Hausberg besuchen kommen.
Viele Grüße
Euer Poppele-Jugend-Team

 
09.03.11
Der 500. Bunte Hund gratuliert den Poppele
Schwupps wie schnell die Zeit vergeht und schon sind die närrischen Tage vorbei. Zuerst will ich dem Stephan Glunk und seinen Mitstreitern ein Kompliment bellen. Die Idee mit dem närrischen Dorf auf dem Rathausplatz finden meine Kumpels und ich prima. Ja, ich war mit meinen Freunden auf Tour und bei unserem Streifzug sind uns ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die ich hier unbedingt loswerden muss. Die Kinder, die auf der Bühne ausgelassen zur Musik aus „der Dose“ (so sagen die Zweibeiner doch?) tanzten, waren eine Augenweide. Doch aus meiner unmaßgeblichen Sicht auf vier Pfoten wäre es wunderschön, wenn auf der großen Bühne auf dem Rathausplatz eine Livemusik spielen würde. Schon höre ich den Zunftchef sagen: »Bunter Hund, Du träumst, das ist zu teuer«. Man darf doch auch Träume haben oder nicht? Vielleicht finden sich ja ein paar Kapellen, die bereit sind, gegen eine »Aufwandsentschädigung« für Stimmung zu sorgen.
Beim Narrenbaumstellen sang Stephan Glunk als echter Überzeugungstäter mit Inbrunst die Fasnetlieder; doch trafen meine Kumpels und ich bei unserem Streifzug viele Rebwieber und andere Zunftmitglieder (vorzugsweise jüngere Semester), die gar nicht daran dachten, da mitzumachen. Können die nicht singen oder kennen sie die Texte nicht? Diese Frage muss schon erlaubt sein. Werden die Bemühungen des Zunftmeisters nicht richtig unterstützt? Oder war der Umzug so anstrengend? Stimmen meine Informationen, so hat die Poppelezunft ca. 1000 Mitglieder. Müssten die nicht alle auf dem Rathausplatz stehen und gemeinsam mit den Zunftoberen die Fasnetlieder singen? Dennoch belle ich ein »Dankeschön«; die Idee ist gut und kann noch weiter ausgebaut werden.
Gestaunt habe ich bei meinem Rundgang auch über die verschiedenen Kostüme. Da wurden teilweise wunderschöne Kostüme präsentiert; eine echte Augenweide waren – nur als Beispiel – die schönen Kostüme aus dem Karneval von Venedig. Traumhaft, wie sie ihre ganze Farbenpracht und Schönheit in der Märzsonne entfalteten. Wie viel Zeit und Mühe haben diese Zweibeiner in ihre Kostüme gesteckt? Viel Liebe zur Narretei gehört auf jeden Fall dazu, da bin ich mir ganz sicher.
Als Vierbeiner ohne Verstand bemerkte ich allerdings auch »Kostümierungen«, mit denen ich nicht viel anfangen konnte. Waren die Miniröcke mit Netzstrumpfhosen und riesigen Löchern so eine Art Madonna – Verschnitt? Oder handelte es sich eher um Lady Gaga? Soll das schön sein?
Quelle: Singener Wochenblatt, 9.3.2011

09.03.2011
Narrenbaumdolden an Zunftschüür-Bewirtungsteam

Marktmeister Jogi Kohnle schlug den Dolden dem vierköpfigen Bewirtungsteam um Stefan Harter, Michael Osann, Oliver Noll und Helmut Henninger zu, die während der närrischen Tage unermüdlich für das leibliche Wohl in der Zunftschüür gesorgt haben. Zunftmeister Stephan Glunk sicherte ihnen zu, dass „die Vier von der Zunftschüür“ das Doldenfest entspannt genießen werden können. Lange Zeit im Rennen um den Dolden waren die drei Damen des Serviceteams von Lupos Essbahn mit „VSAN-Präsidentengattin“ Angelika Kohler-Grimm sowie Elisabeth Paul und Angelika Berner-Assfalg für ihre Narrenbeiz in der Lindenstraße.
Den Narrenbaum ließ Versteigerer Peddi Schwarz Klaus Bach zukommen, der als einziger Klarinettenspieler in der Narrenbeiz seine musikalische Klasse zum Besten gegeben hatte und auch sonst an der Fasnet mehr in Singen als in Honstetten anzutreffen war. Hierfür stiftete er den Zunftgesellen beim Narrenbaumfällen ein zünftiges Vesper.
Versteigerer Uli Götz sorgte dafür, dass das Narrenloch weiterhin in guten Händen bleibt, indem er es den vier „Herren-Lehrbuben“ des erkrankten Marktmeisters Jogi Kohnle zukommen ließ. Das Team um Marco Bold, Daniel Kech, Aki Kania und Marco Matt war dafür verantwortlich, das erfolgreiche neue Bewirtungskonzept auf dem Rathausplatz umzusetzen. An Martini werden die vier „Herren-Lehrbuben“ zusammen mit den sechs Schwarzwaldmädles (Bettina Kraus, Barbara Waibel, Caro Veit, Sabine Skowronek, Julia Seeberger und dem Täfelemaid) auf dem Hohgarten wieder anzutreffen sein. Lassen wir uns überraschen mit welchem Konzept!
Die lange Fasnet forderte bei der diesjährigen Wurstzipfelrede ihren Tribut. Sowohl die Verleihung des Wurstzipfelordens an die letztjährige Rednerin Sigrun Mattes als auch an den diesjährigen Redner entfielen krankheitsbedingt. So konnten die Anwesenden auch ohne lange Reden die traditionell von Bürgermeister Bernd Häusler gestifteten Wurstzipfel verspeisen.
Pünktlich um Mitternacht wurde der Poppele und damit die Fasnet 2011 zu Grabe getragen, die nicht nur wegen des herrlichen Wetters mehr als meisterlich war. (kpb)

08.03.2011
Narren feiern unvergesslich

Zum Frühschoppen der Gerstensackzunft Wortgefechte in der Gottmadinger Eichendorfhalle: Narren stellen die Wahlkämpfer auf den Prüfstand
Vergessen Sie alles, was Sie wissen: Die Narrenschar weiß es ohnehin und die Politik zumeist besser. Zu einer bunten Revue der Erinnerungen geriet der traditionelle Frühschoppen der Gerstensackzunft zum Rosenmontag in der Gottmadinger Eichendorffhalle und mitten im Wahlkampf entstand eine Oase der Harmonie.
Moderator Christoph Graf machte gleich zu Beginn deutlich, dass Narren nicht vergessen. Fast nichts. Außer in Singen. Dort hat die Poppele-Zunft nicht nur den einen oder anderen Narr beim Bestücken des Narrenbrunnens vergessen, sondern die Gottmadinger Narren offenbar auch beim Bestellen der beliebten Würste für die Umzugsteilnehmer zum Kinderumzug am Fasnetsamstig. Für die Gerstensackzunft ging es am Ende um die Wurst – und die soll weg gewesen sein. Als Erinnerung hatte Graf einen Schneck aus Bronze für die Singener Poppele, der bestens zum Narrenbrunnen passe.
Singens Zunftmeister Stephan Glunk hat auch nicht vergessen – nämlich dass die Gottmadinger Gerstensäcke zum 11.11. vergessen haben, den Fahnenmast zu richten – und hat ein mobiles Notfall-Team zusammengestellt, das in wenigen Minuten fehlende Masten ersetzen kann. „Anruf genügt“, versprach Glunk und nahm den Bronze-Schneck als Symbol der Gottmadinger, schnell zu Singen gehören zu wollen. „Als derzeit amtierender Oberbürgermeister kann ich die Eingemeindung schnell vollziehen“, versprach er – und überreichte dem Gottmadinger Schultes Michael Klinger den Darmol-Orden samt Aufschrift „Du sollst nicht begehren deines nächsten Hauptzollamt“.
Quelle: Südkurier, 08.03.2011 Autor: Matthias Biehler
06.03.2011
Festtag voller Überraschungen
Der Närrische Jahrmarkt der Poppele-Zunft lockte gestern zahlreiche Besucher auf den Platz rund ums Rathaus. Das Wetter lud zum Plausch unter freien Himmel.
Für Sabine Wirtensohn ist es Tradition: „Da goht mer ani“, stimmte die Runde am Tisch ihr zu. Es sei die tolle Atmosphäre beim Närrischen Jahrmarkt der Poppele-Zunft und die Angebote vom Billigen Jakob über Lose bis zum Hutstand der Rebwieber. Alle fünf Frauen aus Weiterdingen hatten das passende Modell gefunden, und was für Sigrid Beschle gestern noch dazu kam: „Heute ist auch das Wetter noch bombig.“
Es war ein Fasnachtssonntag wie im Bilderbuch, bei frühlingshaften Temperaturen herrschte zeitweise dichtes Gedränge rund um das Rathaus. Die Zünfte und Vereine hatten keine Mühen gescheut, den zahlreichen Besuchern an ihren Ständen ein abwechslungsreiches Sortiment und auf der Bühne ein unterhaltsames musikalisches Programm zu bieten.
Oskar Mayer aus Singen locken auch die Besucher auf den Jahrmarkt: „Hier trifft man Leute, die man lange nicht gesehen hat und die zu Fasnacht wieder auferstanden sind.“ Rund um das Rathaus herrschte fröhliche Stimmung, der Duft nach Fettgebackenem und Spezialitäten erfüllte den Platz und die Suppenköche vom Poppele-Chor hatten exquisite Maultaschen dabei.
Die Kinder saßen gebannt vor der Kasperlebühne der Muettersproch Gesellschaft, nicht weniger aufmerksam waren die Kunden beim Billigen Jakob. „Nur schöne Sachen, nehmt mit, was ihr tragen könnt“, lockte das Team mit Werbung in eigener Sache. Das Angebot war ein Eldorado für Nostalgiker und Kruschtliebhaber. Das Sammelsurium aus Gebrauchsgegenständen, Kuriositäten und Raritäten türmte sich auf den Tischen und auch bergeweise hinter dem Stand. „Den ganzen Pack für zehn Euro, das soll es Dir wert sein“, erinnerte Uwe Lupsina heiser daran, dass der Erlös dem Kinderheim St. Peter und Paul zugute kommt. Gefeilscht wurde nebenan am Stand der Büchermäuse nicht, dort konnte in Ruhe geschmökert werden. Der Hutstand der Rebwieber hatte stetes Publikum, schon eine Stunde nach Eröffnung war die Auswahl geschrumpft. Auch manch männlicher Kunde fand unter den fantasievollen Kreationen die passende Kopfbedeckung. Und der Scheffelhallenförderverein stellte unter Beweis, wie solide Singens „Stall der Ställe“ ist: Die Scheffelhalle trotzte dem Sturm junger Ballwerfer und am Ende gab es goldene Nägel für kleine Wurftalente. Nebenan beim Wurstschnappen konnten Vegetarier erstmals nach Karotten schnappen. Für Monika Menzel als ehemalige Singenerin ist der Närrische Jahrmarkt ein Muss: „Ich komme extra aus Radolfzell, das hier ist absolute Kultur.“
Quelle: Südkurier von Christel Rossner, 7.3.2011
05.03.2011
Eine närrische Weltreise
Rekordbeteiligung und Traumwetter zum Kinderumzug am Fasnetsamschtig in Singen
Der Fasnetsumzug der Poppele-Zunft war mit 53 Gruppen am Samstag so lang wie selten zuvor. Närrische Festtagsstimmung konnten Teilnehmer und Zuschauer zum großen Kinderumzug am Fasnetsamschtig in Singen genießen. Mit dabei waren nicht nur die Jüngsten, sondern auch viele Vertreter der Narrenzünfte der Umlandgemeinden. Sogar aus Aulendorf war eine Abordnung am Start, die schon zu Beginn des närrischen Umzugs für Stimmung sorgte.
Der Fasnetsumzug der Poppele-Zunft zählte in diesem Jahr 53 Gruppen, die am Samstag durch die Singener Innenstadt zogen und bei traumhaftem Wetter bei den Zuschauern für beste Stimmung sorgten. Neben den Narrenzünften haben sich wieder viele freie Gruppen, Schulen und Kindergärten mit bunten Ideen am Umzug beteiligt und zahlreich haben Guggenmusiken für Stimmung gesorgt, die nach dem Umzug auf dem Rathausplatz in Singen noch lange anhielt.
Quelle: Südkurier, 08.03.2011, Christel Rossner
Narrenmütze für Kapitän
Poppele würdigen Stadtmarketing Singen.
Der Ordensabend der Singener Poppele-Zunft hatte am letzten Dienstagabend im »Krüüz«-Saal gleich mehrere Höhepunkte. Drei neue Ehrenzunftgesellen wurden ernannt, darunter eine Frau. Claudia Kessler-Franzen ist neues Ehrenrebwieb. Die Geschäftsführerin des Stadtmarketings »singen aktiv« hatte ihren Vorsitzenden an der Seite, denn Dr. Gerd Springe wurde neuer Ehrenzunftgeselle. Er bekannte, dass sich seine Frau ganz besonders über die rote Narrenkappe freuen würde, denn seiner Kapitänsmütze sei sie an Fastnacht überdrüssig.
Quelle: Singener Wochenblatt, 9.3.2011 von Hans Paul Lichtwald
07.02.2011
Rebwiiberball erstmals in der Gems

Der traditionelle Rebwiiberball am Fasnetmäntig im Gasthaus Kreuz und im Gems-Saal steht dieses Jahr unter dem Motto „Ladies‘ Night“. Alle Männer und Frauen, die sich gern mal als Lady (was im alemannischen Sprachraum dem „Wiib“ entspricht) verkleiden möchten, sind bei dieser Ladies‘ Night besonders gern gesehen.
Schnurrer aller Art dürfen an diesem Abend nicht fehlen. Ob vorne im Gastraum ä Schwätzle halten, veschpere und ä Viertele trinken oder im Saal zum Schwofen gehen. Alle die gern Fasnet machen sind hier gut aufgehoben..
Beginn: 20:00 Uhr, Eintritt: frei
07.02.2011
Heike Osann im Dauereinsatz

Montags bei Trautmann: Nur mitlaufen und Hoorig schreien reicht nicht aus, um Chefin von 218 Rebwiebern zu sein. Heike Osann erzählt im SÜDKURIER-Gespräch von ihrer Begeisterung für die fünfte Jahreszeit und von ihren Aufgaben als Rebwiebermodder.
Frau Osann, woher kommt Ihre närrische Ader? Ist das familiär bedingt?

Nein, meine Familie war nicht närrisch. Nur ich. Da bin ich ein wenig aus der Art geschlagen. Aber vielleicht liegt das an den Genen. Ich bin nämlich vier Tage vor dem Schmutzige Dunschtig auf die Welt gekommen.
Was gefällt Ihnen so besonders an der Fasnacht?
Hauptsächlich die Straßenfasnacht.
Dann hatten Sie in den vergangenen Jahren in Singen ein Problem, weil davon nicht mehr viel übrig ist.

Das ist bedauerlich. Das Problem haben nicht nur wir, sondern auch die anderen Gemeinden. Wir haben in der Zunft ein Konzept aufgestellt, mit dem wir die Narren in Singen halten wollen. Dazu gehört auch das Zelt auf dem Rathausplatz mit Musik.
Wie erklären Sie sich, dass sich immer weniger Menschen an der Fasnacht aktiv beteiligen?
Wenn ich das wüsste. Ich vermute, dass es an dem großen Freizeitangebot liegt und die Menschen sich berieseln lassen können, ohne etwas dafür tun zu müssen. Da ist ein gewisser Sättigungsgrad erreicht.
Das sieht bei Ihnen ganz anders aus. In der Hochphase der Fasnacht sind Sie als Rebwiebermodder rund um die Uhr im Einsatz. Wann beginnt die heiße Phase?
Wir haben eigentlich das ganze Jahr über zu tun. Am 11.11. sind wir für die Bewirtung in der Zunftschür verantwortlich. Danach ist Ruhe bis Weihnachten. Aber dann geht es verschärft zur Sache.
Was machen Sie konkret?
Ich erstelle Arbeitslisten und achte darauf, dass immer genügend Personal für die verschiedenen Anlässe zur Verfügung steht. Zum Beispiel für Bewirtungen, für den Närrischen Jahrmarkt, für die Umzüge bei den Narrentreffen, für die Schul- und Kindergartenbefreiungen und so weiter.
Das hört sich nach einer trockenen Aufgabe an. Computerarbeit mit Exceltabellen. Sind Ihnen die Arbeitskräfte schon mal ausgegangen?
Nein, wir mussten noch nie eine Veranstaltung absagen. In so einer großen Zunft gibt es immer genug Helfer.
Sie sind ja vollzeit berufstätig. Wie kriegen Sie alles unter einen Hut? Und was sagen Ihre Kollegen dazu?
Vom Schmutzigen Dunschdig bis Aschermittwoch, oft auch bis Donnerstag, nehme ich Urlaub. Das geht nicht anders. Und die Kollegen wissen das schon. Die akzeptieren das. Ich bin ja eine ganz angefressene Närrin.
Wie man an Ihren Fingernägeln sieht, die passend zum Häs gestaltet sind. Apropos Häs: Wie kommt man mit so einem dünnen Kleid durch die kalte Jahreszeit?
Das Häs ist so gestaltet, dass man jede Menge drunter ziehen kann.
Gibt es Vorschriften, wie es getragen wird?
Die Häser werden von der Zunft zusammen mit der Häsordnung ausgegeben. Sie bestehen aus Rock und Bluse, Kopf-/Halstuch, den blauweißen Ringelsocken, der rotweißen Schürze, einem Säckle für Mocken, Schnaps und Speckbrote sowie schwarzen Schuhen. Das Häs gehört der Zunft. Es wird gegen eine Kaution von 50 Euro an die Mitglieder ausgegeben. Der bedruckte Baumwollstoff wird eigens für uns hergestellt.
Ich dachte immer, dass jedes Rebwieb sich das Häs selber schneidern muss.
Manche machen das auch. Aber nicht alle können nähen. Die bekommen eines aus dem Bestand.
Sie sind Rebwiebermodder. Wie wird man das?
Ich wurde am 6. Juni 2008 von der Gruppenversammlung gewählt.
Haben Sie denn auch ein mütterliches Gefühl für die Rebwieber?
Nein, die Rebwieber sind ja zwischen 16 und 90. Da sind Gründungsmitglieder dabei. Für mich ist die Zunft eher wie eine große Familie.
Wie wird man Rebwieb?
Man stellt einen Aufnahmeantrag. Dann braucht man einen Paten in der Zunft. Dann wird man aufgenommen.
Wie kommen Sie gesund über die närrischen Tage?
Ich hatte auch schon mal eine Erkältung. Dann werden alle Hausmittel eingesetzt und wenn die nicht helfen, kommt die chemische Keule. Frei nach dem Motto: „Man muss nu welle.“
Fragen: Gudrun Trautmann, Südkurier, 7.2.2011
04.02.2011
Die Macht ist mit den Narren

Seit gestern, 14.04 Uhr, ist Ehret sein Amt erstmal los. Poppele haben das Sagen bis Aschermittwoch.
Zunftmeister Stephan Glunk stattete OB Oliver Ehret (rechts) und Bürgermeister Bernd Häusler (Mitte) mit „Mobilpassagen“ aus. Die Waren mussten sie im närrischen Volk verkaufen. Der Erlös ging an die Brüder Bliestle vom Tiroler Eck: 40 Euro für den „Vergessenen Narren“.

Singen – Oberbürgermeister Oliver Ehret kam als waschechter Bayer daher. Wobei er es tunlichst vermied, jegliche Ähnlichkeit zu (ehemaligen) Bundesministern mit gefälschter doktoraler Vergangenheit aus jenem Bundesland östlich von Baden-Württemberg am Fuße der Alpen aufkommen zu lassen. Der gute Herr Ehret hatte eher etwas von Gustl Bayrhammer, dem netten und gemütlichen Meister Eder aus Ellis Kauts Klassiker Pumuckl. Zu seiner persönlichen Verteidigung brachte er einen Cowboy mit – obwohl Bernd Häusler in seinem Kostüm eher daherkam wie ein liebenswerter Laiendarsteller aus Karl Mays Romanen. Angst jedenfalls, so die einhellige Meinung aller Anwesenden, Angst musse vor der Singener Führungsspitze niemand haben.
Also erhob sich Popelius Maier, der ehrenwerte Poppele, aus seinem ungemütlich anmutenden Sitz hoch oben auf der Balustrade und sprach: „Einen von Euch, wenn wir ihn erblicken, werden wir sofort in die Wüste schicken!“ Stephan Glunk, als Zunftmeister so etwas wie sein Mentor und sein erster Vorsitzender, übernahm das hoorige Wort: „Hier im Gemeinderat ging es im vergangenen Jahr oft giftig zu“, sagte er, „doch nach Entgiftung und Entschlackung sollst Du, oh Singener Volk, entscheiden, ob wir Poppele als Alternative bis zum Aschermittwoch nicht die Singener Geschicke leiten sollen?“ Der laute Applaus ging ihm runter wie Öl – und ließ zufällig anwesende Bayern und Cowboys dezent kopfschüttelnd relativ ratlos unter die Tische rutschen.
Ehret verteidigte sich und kratzte ein paar Themen an, die ihn und seine Mannen im vergangenen Jahr umtrieben: So verteilte er unter anderem einen Orden eines Gottmadinger Unternehmens aus der Magen-Darm-Branche, welches in jenem Gebäude untergebracht war, in dem die Nachbargemeinde liebend gerne das Hauptzollamt einquartiert hätte. „Du sollst nicht begehren deines nächsten Hauptzollamt“, lautete einer von Ehrets Leitsätzen. Außerdem hatte er folgende Weisheit parat: „Abführmittel sollte der Zoll erst ganz am Ende zum Einsatz bringen.“
Die Poppele zeigten sich davon wenig beeindruckt und übergaben den Bürgermeistern Mobilpassagen: „Ohne Passage geht es in Singen nicht“, berichtete Glunk, „also haben wir für Euch dieses neue Konzept entworfen.“ Allerlei interessante Dinge bekamen der Bayer und der Cowboy in ihren Bauchladen gesteckt: Saure Gurken, um die Presse in selbiger Zeit besser füttern zu können; Senf, um selbigen regelmäßig dazugeben zu können; Deo, falls es den Personen mal stinken sollte; oder einen Salzstreuer, damit ihm Winter der Salz für die Straßen niemals ausgehen soll.
Nach den Vorträgen der Parteien im Gemeinderat stellte Glunk unter tosendem Beifall fest: „Die Verteidigungsreden waren nicht so überzeugend, als dass wir Sie im Amt lassen sollten.“ Also sprach er um 14.04 Uhr: „Ich stelle fest: Der Gemeinderat ist abgesetzt!“

Quelle: Südkurier, 04.03.2011 Autor:  Andreas Schuler

02.03.2011
Am Schmutzigen tanzt in Singen der Bär

Warum es sich lohnt, in der Stadt zu bleiben. Neues Konzept macht Singen noch attraktiver
Singen – Sogar das Wetter spielt mit: Am Schmutzigen Dunschtig wird es einen angenehmen Sonnen-Wolken-Mix geben, bei Temperaturen von bis zu sechs Grad wird das Narrenherz lachen, von Regen keine Spur. „Wir haben dieses Wetter bestellt“, sagte Andreas Glunk, Poppele-Zunftmeister, bereits vor Wochen. Damit nicht wie in den vergangenen Jahren viele Narren die Stadt verlassen, betrieben die Verantwortlichen fleißig Werbung in eigener Sache: „Wir sind durch mehr als 20 Schulen und Kindergärten gezogen, um die Kinder und Jugendlichen davon zu überzeugen, dass sie nicht nach Konstanz oder Radolfzell fahren müssen, sondern hier bei uns Fastnacht feiern können“, erklärt Timo Heckel alias Poppele. „Wir haben ein neues, attraktives Konzept aufgestellt“, so Glunk. Und so sieht der Schmutzige Dunschtig in Singen aus:
Narrennest: Am Donnerstag, Samstag und Sonntag steht erstmals ein Narrennest auf dem Rathausplatz. Morgen findet von 9 bis 24 Uhr eine Bewirtung in einem großen Festzelt statt. Einige Festivitäten, eine Bühne und verschiedenen Wettbewerbe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene machen den Platz zu einer attraktiven Festmeile.
Treffpunkte: Neben dem Rathausplatz wird es mehrere Plätze und Orte geben, an denen die Narren feiern können. So stehen beispielsweise bei Lupos Essbahn und bei der Vinothek Festzelte. So hat auch das Schuhhaus Wöhrle einen Ausschank bis 13 Uhr, Hans Wöhrle wird um 12 Uhr eine Büttenrede halten.
SÜDKURIER: Zwischen 9 und 13 Uhr findet beim SÜDKURIER in der Ekkehardstraße eine von HEM Expert gestiftete Karaoke-Party statt, dazu wird Sekt-Orangensaft ausgeschenkt und es gibt Berliner von der Bäckerei Künz.
Schüler-Wettbewerbe: Nach der Befreiung durch die Zünfte starten die Schulen auf dem Rathausplatz Wettbewerbe, bei denen Fastnets-Stars gesucht werden. Sprechgesang, Karaoke, Tanzen – es wird für alle etwas geboten werden. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, so Andreas Uhlig, Direktor Hegau-Gymnasium. Der Round Table wird ausschenken, der Erlös kommt unter anderem gewaltpräventiven Aktionen an Grundschulen zugute.
Wichtige Termine am Schmutzigen:
13 Uhr Machtübernahme im Rathaus
14.30 Uhr Narrenbaumumzug und Narrenbaumsetzen
18.30 Uhr Hemdglonkerumzug und Bögverbrennung; närrisches Treiben rund um den Hohgarten
19.30 Uhr Ohrebloogerball im Gasthaus Krüüz
Quelle: Südkurier, 02.03.2011 Autor:  Andreas Schuler
19.02.2011
Ein richtig „giftiger Narrenspiegel

Auch Poppele warten auf ein „Mea culpa“ im Giftmüll-Skandal
Richtig „giftig“ war der Poppele-Narrenspiegel bei seiner Premiere am Freitagabend in der fast ausverkauften Stadthalle. Das wird er auch bei seinen weiteren Aufführungen am heutigen Samstag für die Senioren (ausverkauft) und am Samstagabend um 20 Uhr (hier gibt es noch einige Karten) sein, denn das Thema Giftmüll zog sich doch wie ein roter Faden durch das bunte Programm diesen Abends.
Auch die Poppele warten noch auf ein „mea culpa“ des OB auch wenn die OB Oliver Ehret letzten Endes attestierten, dass „Er schützt auf seine Weise, vor Schmutz uns und vor Scheiße“, wie Zunftmeister Stephan Glunk, Uli Götz, Regisseur Ekkehard Halmer und Thomas Zimmermann in ihrem „Giftmüllverarbeitungsanlagenverhinderungssong“ erkannten und dafür spontanen Applaus erhielten. Auch Peter Schwarz, der letztmals in der Bütt stand (er ist seit 1969 ein Teil dieses Narrenspiegels) ging in seinem Auftritt auf das Thema Giftmüll in schärfster Weise ein, aber auch in Form von Medienschelte. Es sei nicht gut wenn man einfach alles was man kriege, auch gleich in die Zeitung setze, kritisierte er eine Tageszeigung mit ihren Leserbeiträgen zu diesem Thema. Peter Schwarz ließ in seiner höchst hintersinnigen Rede auch die Abwahl der Landtagsabgeordneten Veronika Netzhammer Revue passieren und meinte frei nach den ihm zur Verfügung gestellten Daten, dass es doch vom ehemaligen OB Renner ungeklärte Datensätze gebe, weil die Leute aus den Stockacher Käffern in so großer Masse zur Wahl des Stockacher Narrenrichters Wolfgang Reuther seinerzeit am Wahlabend der CDU nach Gottmadingen strömten. Überhaupt, so vermutete Schwarz, wolle Stockach die Landkreisführung wohl an sich reißen. Das ließ freilich der mit Stockacher Zimmmererkappe erschienene Andreas Renner nicht unkommentiert und meinte als Zwischenruf, dass die Stockacher jetzt erst mal sehen müssten, wie sie ihr Krankenhaus erhalten wollten.
Eine Giftmüll-Küche machte auch der Poppele-Chor in seiner Schlussnummer auf. Doch die vereinigte Intelligenz der Stadt hatte sich auch das „Kapitell“ vor der Stadthalle vorgenommen und meinte, dass das wo Geld ist, eben auch „Kunst“ gemacht werde. Die Paprika-Plantagen bei Beuren durften im närrischen Hochgericht keinesfalls fehlen. Das sei Kunst in Rot, Gelb und Grün, da fehlte nur noch das Schwarz der CDU. Herrlich sinnierten Fidele und Nazi (Peddi Schwarz und Ali Knoblauch) über die Kunst im OBI-Kreisel und die Volkszählung, und die Etzwilerstraße, die man einfach in Singen nicht mehr findet. Zunftmeister Stephan Glunk erkannte in der Intonierung des diesjährigen Mottos „Mer moss nu welle“, dass es sogar Marion Czajor einmal gelungen sei, neben OB Oliver Ehret zu lächeln, bei der Einweihung der Nordstadtanbindung! Köstlich die „Bänklefurzer“ (Babst Lienhard, Norbert Eckert, Uli Götz, Bernfried Haungs), die darauf warten, dass der Brunnen in der August-Ruf-Straße endlich „tut“. Köstlich auch Angelika Berner-Assfalg, Elisabeth Paul und Angelika Kohler-Grimm, alias Sophie, Bethle und Berta, die „KiK“ für Singen als „Kunst im Kasten“ interpretieren und aus der Ess-Bar in die Stadt und das leere Kunstmuseum blickten. Erstklassig der Poppele-Chor, der mit „Singen 21“ entdeckte, dass es unter dem Hohentwiel anders zugeht als in der Landeshauptstadt. Denn hier werde erst mal abgerissen, und dann erste beginne man mit planen, zum Beispiel auf dem Kunsthallenareal. Dorthin könne man jetzt ja das „Conti“ verlegen, und zur Nutzung der „Reibungswärme“ gleich die Paprika-Gewächshäuser auf das Dach setzen. Richtig alefänzig fuhr das „Google-Kärrele“ durch die Stadt und musste doch einiges retuschieren, zum Beispiel am Hegau-Tower.
Auf jeden Fall: Das Gift von 2010, es hat den Poppele-Akteuren richtig gut getan.
Quelle: Singener Wochenblatt, 19.02.2011 von Oliver Fiedler
21.02.2011
Stadthalle wird zur Pointen-Rennbahn
Poppele präsentieren Narrenspiegel mit Hintersinn und Tiefgang und einem bewegenden Abschied für Peddi Schwarz
Mit Volldampf brauste Singens Poppele-Zunft beim Narrenspiegel durchs Programm: „Mer muss nu welle“, wissen die Narren. Und wenn sie wolle, dann könne sogar Marion Czajor wie bei der Öffnung der Nordstadtanbindung, strahlend neben dem OB stehen, wie Zunftmeister Stephan Glunk als Barde schelmisch beobachtet hat. Kaum zu bremsen waren die Narreneltern, flott präsentierte sich die Rebwiebertanzgruppe. Und erhellend war der Auftritt des Google-Karre am Wochenende in der Singener Stadthalle, der trotz Elektromotor den Duft der weiten Welt im Saal verströmte. Zwischen Giftmüll, Glashäusern, Kunst und Kunsthallenareal verortet die Zunft die Zukunft. Lässt „Striet-Fju“-Kamerawagen durch die Stadt kurven, schaut und haut den Mächtigen auf die Finger. Seinen ersten großen Auftritt hatte der neue Narrenbolizei Rüdiger Grundmüller, genannt Rudi, der nicht nur gekonnt Narrevadder und -modder ausbremste, sondern ganz einfach auch die neue Singener Ampelschaltung erklären konnte: Es gibt zehn Phasen – rot, rot, rot und rot. Ansonsten kamen die Roten im Programm nicht schlecht weg: Peddi Schwarz nahm als Datenklauer die Schwarzen aufs Korn, die schon wieder einen Stockacher ins Rennen schicken, und die gelben – die inzwischen keiner mehr vermisst. Ganz giftig rot wurde Peddi Schwarz im gelben Short mit seiner Abschiedsvorstellung angesichts der SÜDKURIER-Berichte zur ungeliebten Müllfabrik: „Dies g'fällt mir nicht!“ Zuvor kassierte Oliver Ehret mit der sakral intonierten Giftmüllvermeidungshymne von Ekke Halmer, Ulli Götz, Thomas Zimmermann und Stephan Glunk seine Gardinenpredigt vor samtenem Bühnenvorhang, unter dem bedeutungsschwanger Weihrauch-Duft hervorquoll: „Niemals sagte mea culpa tränenschwer imperator comunalis OB Oliver.“ Nach dem Finale gab sich Ehret geläutert. „Das war wie im Beichtstuhl“, gestand er und bat die Narren um den Originaltext. „Damit ich ihn mir übers Bett hängen kann“, so der Oberbürgermeister. Dass hier, da und dort noch immer ständig neue Kunstwerke entstehen, blieb den Narren nicht verborgen. Auf Gefallen stoßen die Skulpturen dabei kaum: Zum Beispiel die baugenossenschafts-türkisen Gesellen auf dem Obi-Kreisel, die so gar nicht gesund ausschauen, wie Fidele Ali Knoblauch und Nazi Peddi Schwarz bemerkten. Oder das schiefe Kapitell, das dem Lehrerchor missfällt und der vergessene Narr, dem Narremodder Bernfried Haungs und Narrevadder Peter Kaufmann den „vergesslichen Stadtrat“ gegenüber stellte. Gar nicht vergesslich präsentierten sich Berta (Angelika Kohler Grimm), Anna (Elisabeth Paul), und Sophie (Angelika Berner-Assfalg): Sie sorgten in Singens Ess-Bahn für neuen Schwung, plauderten die „Kot-Nummer“ des Außenklos aus und blickten hinter die Kulissen der Straßenbahn, die sich keinen Meter bewegt. Umso mehr Bewegung brachten die Bänklefurzer Norbert Eckert, Uli Götz, Bernfried Haungs und Babsi Lienhard, die als Theres' mit dem lärmenden Spielbrunnen auf der August-Ruf-Straße zu kämpfen hatte. „Do hättet 'se mol besser stilles Wasser aus Fleischmanns Ottilienquelle laufe' lasse“, lautete ihr Fazit zum lauten Geplätscher.
Quelle: Südkurier, 21.02.2011 Autor: Matthias Biehler
Januar 2011
Aktuelle Ausgabe "De Poppele mont" Januar 2011

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27.01.2011
Erstmals ein Narrendorf
Noch ist es etwas Zeit bis zur eigentlichen Fastnacht, doch die Narren in der Region stecken schon tief in den Vorbereitungen für die anstehende närrische Hochsaison. Auch die Singener Poppele, die dieses Jahr aus der Erfahrung des großen Narrentreffen vom letzten Jahr einige Neuerungen einführen wollen.
»In Singen gab es besonders am Schmotzigen Dunschdig das Problem, dass viele Narren irgendwann in andere Städte abwanderten«, schlägt sich Holger Böttcher vom Zunftrat im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag an die Brust. Doch das soll dieses Jahr anders werden. »Es gab natürlich zwischen der Schulbefreiung und dem Narren‧baum‧umzug und dann dem Hemdglonkerumzug immer wieder Leerlauf im Programm, bei dem es auch in der Stadt keine Anlaufstellen gab«, ist auch die Erkenntnis von Zunftmeister Stefan Glunk.
Erstmals soll es nun an der Fastnacht 2011 ein »Narrendorf« auf dem Platz vor der Stadthalle geben. Dort werden verschiedene Festzelte aufgestellt, ein Bus des Sponsors »Hirsch-Brauerei« wie eine Bühne mit Programm von 9 bis 24 Uhr sollen die Menschen in der Stadt halten und einen Platz zu Feiern bieten, haben sich die Poppele vorgenommen.
Um das Narrendorf zum wirklichen Magneten zu machen, wird dort nach der Schulbefreiung auch eine Talentwettbewerb durchgeführt.
»DPZSSDBNFSDSS« haben die Poppele diesen Wettbewerb genannt, was vom TV-Deutsch übersetzt »Die Poppele-Zunft Singen sucht den besonders närrischen Fasnet-Star der Singener Schüler« bedeutet. Kurz gesagt: wer singt, tanzt, oder auch auch beides, der sollte sich hier auf die Bühne bewegen. Die Poppele wollen mit einem speziellen Flyer noch in die Schulen für den Wettbewerb gehen.
Das neue Narrendorf soll am Schmotzigen Donnerstag, am Fasnet Samstag wie rund um den närrischen Jahrmarkt am Sonntag als Magnet wirken. Es handle sich hier nicht um einen Testballon, unterstreicht Holger Böttcher. Die Testphase sei erst mal auf drei Jahre angesetzt, denn man wolle hier eine neue Entwicklung in Gang setzen. Wegen des Narrendorfs wird erstmals auch der Hemdglonkerumzug am Rathaus starten.
Ab Donnerstag startet der Verkauf für die Narrenspiegel der Poppelezunft, die am 18. und 19. Februar in der Scheffelhalle stattfinden. Ab 9. Februar werden die Karten für den Seniorennachmittag am 19. Februar ausgegeben. Sie gibt es bei der Stadthalle und der Tourist-Information. Regisseur Ekkehard Halmer hat in diesem Jahr erstmals auf die Hilfe von »Google Streetview« zurückgegriffen um hinter manche Kulisse in der Stadt blicken zu können. Mehr wird noch nicht verraten.
Quelle: Singener Wochenblatt von Oliver Fiedler, 26.01.2011
27.01.2011
Narren in den Startlöchern
Die Poppele-Zunft als maßgeblicher Fasnachtsverein der Stadt will die Narretei am Schmutzigen Dunschtig neu beleben. In den vergangenen Jahren war es an diesem traditionellen Hochtag der Singener Fasnacht immer ruhiger geworden.
Viele Fasnachter, vor allem die jungen, waren geradezu scharenweise aus der Stadt geflüchtet und hatten sich in anderen Narrenhochburgen wie Konstanz oder Radolfzell getummelt.
„Dem wollen wir nun mit einer breit angelegten Initiative entgegentreten“, kündigt Poppele-Chef Stephan Glunk an. „Wir werden ein neues Konzept vorstellen und dies auch mit langem Atem durchhalten“, sagt er. Für die Aktionen zur Belebung der City-Fasnacht werde der Verein rund 5000 Euro vorschießen, um die Kosten zu decken. „Wir wissen, dass wir da etwas investieren müssen“, sagt Glunk. Kernpunkte dieser Verbesserungen stellte er gestern gemeinsam mit Ekkehard Halmer und Holger Marxer vom Popple-Vorstand vor.
Neues Narrennest: Auf dem Rathausplatz soll am Schmutzigen Dunschtig, am Fasnet-Samschdig und -sunndig ein „Narrennest“ aufgeboten werden. Es soll Extra-Zelte geben und allerlei Stände. Auch eine große Bühne ist wieder geplant, mit musikalischer Unterhaltung. Ein DJ wird heiße Musik auflegen, die auch die Jugend anlocken soll. Stände werden vor allem von Vereinen betreut, etwa der DJK Singen, RCSF, b.free, Round Table und der Feuerwehr. Ein Doppeldecker-Bus soll zur Attraktion werden. Bis Mitternacht soll es dort rund gehen.
Neue Partner: Auch die angrenzende Gastronomie soll dieses Jahr mitmachen, wünscht sich die Poppele-Zunft. Erste Zusagen gebe es bereits. Die „Vinothek“ stelle ein weiteres Zelt auf und auch „Lupos Essbahn“ werde sich beteiligen.
Anlaufstellen für Narren: Viele Geschäfte haben seit einigen Jahren am Schmutzigen Dunschtig dicht, der Innenstadt fehlen Anlaufstellen für Narrengruppen, die umherziehen. Die wenigen noch verbleibenden offenen Stellen, an denen Narren willkommen sind (beispielsweise die Sparkasse, die BW-Bank, Schuhhaus Wöhrle und der SÜDKURIER) würden bekannt gemacht.
Wettbewerb für Schüler: Besonders für Schüler wird auch dieses Jahr wieder ein Schülerwettbewerb am Schmutzigen Dunschtig geben. „Zu diesem werden wir mehrere tausend Handzettel an den Schulen verteilen“, sagt Ekkehard Halmer. Gesucht werden „Fasnet-Stars“, die singen, Musik machen, tanzen, Pantomime oder Comedy vorführen dürfen. Gleich nach dem Schulbefreien startet diese Aufwärm-Party am Rathaus.
Neue Plakette: Finanziert werden diese und viele weitere Aktionen mit einer neuen Narrenplakette, die für 2,50 Euro bald zu haben sein wird.
Narrenspiegel-Vorverkauf: Tickets für die Narrenspiegel am 18. und 19. Februar gibt es ab morgen, 27. Januar, bei der KTS und im Bürgerbüro in der Marktpassage, für 9 bis 17 Euro.
Quelle: Südkurier von Jörg Braun, 26.01.2011
Poppele-Plaketten 2011
Neue Preise
Nachdem die Plakettenserie im letzten Jahr wegen des Jubiläumsnarrentreffens unterbrochen wurde, wird sie im Jahr 2011 mit dem Motiv Bärentreiber und Fellbär fortgesetzt. Leider war es aufgrund des schwachen Eurokurses und der gestiegenen Rohstoffpreise notwendig, den seit der Euroeinführung im Jahr 2002 stabilen Plakettenpreis zu erhöhen. Es wurden folgende Preise für die Plaketten festgelegt:
Umzugsplakette 2,50 € und Sammlerplakette 4,50 €
Mit dem Kauf einer Plakette sind viele Leistungen verbunden: Es werden mit diesen Einnahmen die Auslagen für die beiden Umzüge am Schmutzige Dunschdig und am Fasnet-Samschdig bestritten. Am Samstag werden z. B. jedes Jahr 3000 Würste und Wecken an die teilnehmenden Kinder verteilt. Hinzu kommt an dieser Fasnet, dass bis Fasnet-Sunntig auf dem Rathausplatz neben der gewohnten Bühne auch ein Zelt stehen wird. Ebenso wird versucht, durch Ausschankwägen und kleinere Stände die Attraktivität des Platzes und damit der gesamten Veranstaltungen zu verbessern. Für die Straßenfasnacht hat die Poppele-Zunft jährlich sehr hohe finanzielle Aufwendungen zu leisten. Darin enthalten sind u.a. Kosten für Umzüge, Dekorationen, Stände, GEMA, Straßenreinigung u.v.m. (Ali Knoblauch)
03.01.2011
Hanselehock am 21.01.2011

Eine derart lange Vorfasnetszeit wie jetzt 2011 lässt auch mal die Möglichkeit offen, etwas Neues auszuprobieren. Am 20.01.2011 um 20.11 Uhr ist deshalb Hanselehock in der Zunftschüür. Der Abend soll zum einen dem gemütlichen Austausch dienen, zum andern aber auch einem Häs-Check. Ziel ist den Zustand der ausgegebenen Häser zu erfassen, Reparaturen zu veranlassen, Tipps zu geben. Natürlich wird an dem Abend auch Material ausgegeben. Die Häser sind an diesem Abend mitzubringen. In geselliger Runde kommt der einen oder anderen Gruppe vielleicht auch noch eine witzige Idee für die Fasnet. (Bernd Rudolph)
13.01.2011
Besuch von Narrentreffen 2011

Weil die Poppele-Zunft wegen unseres eigenen Narrentreffens im Jahr 2010 keine weiteren Narrentreffen besucht habt und wir aber wissen, dass zu einer echten Fasnet halt auch der Besuch eines Narrentreffens gehört, werden wir an der kommenden Fasnet hier etwas mehr machen: Mit der kompletten Zunft gehen wir nach Tiengen und Schramberg, die Hoorigen Bären – und wer sonst noch mit will! – gehen nach Empfingen, und am Sonntag nach dem Zunftball schicken wir eine kleine Delegation Hoorige Bären nach Herbertingen und gehen ansonsten in unseren Stadtteil Friedingen, wo die Kä-Stock-Zunft ihr 75-jähriges Bestehen feiert (Anmeldeinformationen...).
Wir sind sicher, dass so jeder auf seine Kosten kommt, und hoffen natürlich, dass wir überall einen guten Eindruck hinterlassen werden. (Stephan Glunk)
01.01.2011
Fasnet auf Rathausplatz 2011

Die Poppele-Zunft macht sich schon seit ein paar Jahren darüber Gedanken, wie wir die Straßenfasnet besonders auch am Schmutzige Dunschdig beleben können. Gespräche mit dem City-Ring und der IG-Süd haben ergeben, dass wir die Hoffnung, dass wieder mehr Geschäfte am Schmutzige Dunschdig aufmachen, aufgeben können. Signalisiert wurde, dass sich einzelne Geschäftsinhaber durchaus vorstellen könne, den Platz vor ihrem Geschäft für Stände zur Verfügung zu stellen – aber dann müsste man erst einmal willige Betreiber finden! So werden wir also, was nun den Morgen des Schmutzige Dunschdig angeht, uns über die wenigen Angebote in der Stadtmitte wie z.B. bei der Sparkasse, der BW-Bank und dem Südkurier natürlich weiterhin freuen. Wir konzentrieren uns aber – und das mit Nachdruck, darauf, auf dem Rathausplatz ein Zentrum zu schaffen, wo an den drei Tagen des Schmutzige Dunschdig, des Fasnet-Samschdig und des Fasnet-Sunndig immer etwas los ist. Dazu werden wir den Platz mit einem 200-Personen-Zelt und festen Getränke- und Essensständen bestücken, ein DJ (also zu deutsch: einer, der Musik macht) soll dafür sorgen, dass der Platz beschallt ist, wenn nicht gerade eine Musikkapelle oder eine Guggemusik spielt.
Unser neues Konzept sieht vor, dass – und die Gespräche sind erfolgreich geführt – auch die Vinothek und das Stadtgartencafé sich einbringen, dazu Lupo’s Essbahn und die Gems. So soll ein Narrennest entstehen, das wir übrigens auch mit Werbematerialien intensiv bewerben wollen. Einige Verantwortliche der Poppele-Jugend sind dabei ein Konzept zu entwerfen, mit dem wir gleich im Januar in die Schulen gehen wollen, um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren nach dem Schulenschließen auf den Rathausplatz zu kommen. Unsere Umzüge wollen wir übrigens auf dem Rathausplatz aufstellen – also nicht wie bisher vorne auf dem Hohgarten; und, ganz neu: wir werden auch den Hemdglonkerumzug auf dem Rathausplatz beginnen lassen, also nicht, wie bisher, am Hegau-Gymnasium! Wir haben dieses Konzept im Dezember auch mit den anderen Singener Narrengemeinden diskutiert und viel Zustimmung gefunden. Hoffen wir, dass beim ersten Probelauf auch das Wetter einigermaßen mitspielt. (Stephan Glunk)
Und noch in Kürze eine paar wichtige Einzelinformationen:
1. Der nächste Rebwieberball wird im Krüüz (Kulturzentrum Gems) stattfinden mit dem Motto „Ladies’ Night“.
2. Zum Schulenschließen am Schmutzige Dunschdig treffen wir uns um 8.45 Uhr auf dem Rathausplatz
3. Wir erhöhen den Preis für unsere Plaketten um 50 Cent
01.01.2011
Karten für Narrenspiegel 2011
Karten für den Narrenspiegel am 18./19.02. sind ab 27.01.11 bei der KTS in der Stadthalle oder in der Marktpassage erhältlich. Ab 28.01.
auch online unter www.stadthallesingen.de. Preise sitzplatzabhängig.
Karten für den Seniorennachmittag am 19.02., um 14 Uhr gibt es ab 09.02. bei der KTS in der Stadthalle und in der Marktpassage zum Preis von 3,- €.
Fasnetmotto 2011
Mer mos nu welle   


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Stand: 05. Januar 2017