Närrischer Jahrmarkt in Singen

SWR-Autorin Esther Leuffen berichtet: In Singen fand am Sonntag traditionell der Närrische Jahrmarkt statt. Alle Wunder der Welt waren dort zu sehen und zu kaufen. Besonders beliebt war „Der Billige Jakob“.

Artikel im Original auf SWR

Er gehört zu den ältesten Traditionen der Poppele-Zunft in Singen: der Närrische Jahrmarkt. Auf dem Singener Rathausplatz hat es Marktstände, Musik und ganz viel Kruscht gegeben. Die Tradition des Närrischen Jahrmarkts gehe auf das Jahr 1863 zurück, so Christine Gaiser, Sprecherin der Poppele-Zunft Singen 1860 e.V. gegenüber dem SWR.

In Singen wurde ein buntes Jahrmarkttreiben für Jung und Alt geboten. So war das Wurstschnappen eher etwas für die Kleinen. Die Kinder mussten dabei auf einer sich drehenden, blauen Eisenrolle balancieren und gleichzeitig mit dem Mund eine Wurst schnappen. „Hau den Lukas“ gab es gleich in zwei Varianten: einmal für die Großen und einmal für die Kleinen.

„Der Billige Jakob“: Kruscht und Antiquitäten für den guten Zweck

Die größte Menschentraube war aber beim „Billigen Jakob“ anzutreffen. Die Dinge, die hier gekauft werden konnten, waren allesamt gespendet. Dazu war vorab auch per Annonce in der Zeitung aufgerufen worden. Aufgereiht auf alten Holztischen gab es alles Mögliche – von alten Ski über Schreibmaschinen bis zum Waschbrett. Den Erlös spendet die Poppele-Zunft an das Kinderheim St. Peter und Paul in Singen. Traditionell wird die Spende immer am Mittwoch vor dem Schmutzige Dunschdig übergeben.
Damenhutstand: Hier gibt es nur handgemachte Unikate

Ein Klassiker auf dem Jahrmarkt war der Stand für Damenhüte. Dort herrscht immer großes Gedränge. Narren gaben hier ihrem Häs mit einem Hutunikat den letzten Schliff. Aber auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Vom Speckbrot, über Heringsbrötchen und Berliner bis zum Raclette war alles dabei.